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Bahnbau 2026: Wachstum auf mehreren Ebenen

  • BauPartner & Kollegen
  • 12. März
  • 3 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 18. März

Der Bahnbau wächst derzeit nicht nur über die Generalsanierung der Hochleistungskorridore. Vielmehr zeigt sich im Markt, dass die Korridormaßnahmen nur einen Teil der aktuellen Entwicklung abbilden.

Parallel entwickeln sich weitere Programme, die den Bahnbaumarkt in den kommenden Jahren ebenso prägen werden – von neuen Baustellenlogiken über getaktete Baucontainer bis hin zu einer Vielzahl infrastruktureller Maßnahmen im gesamten Netz.

Der Bahnbau wächst damit nicht nur im Volumen, sondern stellt Bauunternehmen organisatorisch vor steigende Anforderungen.


  1. Bahnbau im gesamten Netz: Tausende Maßnahmen pro Jahr


Neben den großen Generalsanierungen auf den Hochleistungskorridoren läuft im gesamten Netz ein kontinuierliches Modernisierungsprogramm.

Jährlich werden im deutschen Schienennetz mehr als 2.000 Kilometer Gleise, über 2.000 Weichen und mehrere hundert Kilometer Oberleitung erneuert. Zusätzlich werden Brücken, Stellwerke und hunderte Bahnhöfe modernisiert.

Insgesamt entstehen so jedes Jahr mehr als 25.000 Baustellen im Netz – viele davon außerhalb der bekannten Generalsanierungskorridore.

Die steigende Anzahl parallel laufender Maßnahmen geht mit einem entsprechend wachsenden Bedarf an qualifiziertem Personal einher.


Deutschland wird dafür in mehrere verkehrliche Teilnetze gegliedert. Bau- und Instandhaltungsmaßnahmen werden innerhalb dieser Netze in sogenannten IH-Containern gebündelt – klar definierten Zeitfenstern, in denen gebaut und saniert wird.


Gleisbau und Infrastrukturmodernisierung im deutschen Bahnnetz während Bauarbeiten an der Schieneninfrastruktur.
Quelle: DB InfraGO AG / Deutsche Bahn



So entsteht schrittweise ein planbares Bau- und Instandhaltungssystem – von kurzen Instandhaltungsfenstern über eingleisige Sperrungen bis hin zu Totalsperrungen für größere Maßnahmen.




  1. Breite der Maßnahmen: Mehr als klassischer Gleisbau


Im aktuellen Marktumfeld zeigt sich, dass die laufenden Maßnahmen eine hohe Bandbreite an Gewerken abdecken.

Neben klassischen Oberbauarbeiten entstehen zahlreiche Projekte in angrenzenden Bereichen, unter anderem:

  • Kabeltiefbau und Entwässerung

  • Baugrund und Gründungsarbeiten

  • Oberleitungsanlagen (OLA) und Bahnstromversorgung

  • Leit- und Sicherungstechnik (LST / ESTW)

  • Brücken und Eisenbahnüberführungen

  • Durchlässe

  • Bahnsteige und Verkehrsstationen

  • Lärmschutzwände und Stützwände

Damit ergibt sich ein klares Bild: Die aktuellen Maßnahmen im Bahnumfeld betreffen eine Vielzahl an Gewerken – und damit deutlich mehr als den klassischen Gleisbau.

Für Bauunternehmen wie auch für Fachkräfte entsteht daraus ein Marktumfeld mit durchgängiger Nachfrage über mehrere Disziplinen hinweg.

Gleichzeitig ist zu beobachten, dass viele größere Akteure daran arbeiten, ihre Eigenleistungstiefe zu erweitern.

  1. Infrastruktur als Wachstumstreiber der Bauwirtschaft



Auch die allgemeine Baukonjunktur zeigt wieder leichte Wachstumsimpulse.

Der Zentralverband Deutsches Baugewerbe erwartet für die Bauwirtschaft:

  • 168 Milliarden Euro Umsatz im Jahr 2025

  • 178 Milliarden Euro Umsatz im Jahr 2026

Impulse kommen dabei vor allem aus dem Infrastruktur- und Tiefbau.

Allein für die Schieneninfrastruktur stehen in den kommenden Jahren erhebliche öffentliche Mittel zur Verfügung. Für 2025 und 2026 sind jeweils rund 22 Milliarden Euro für die Schiene vorgesehen.

Der Bahnbau bleibt damit eines der stabilsten Segmente innerhalb der Bauwirtschaft.


  1. Fachkräftebedarf über klassische Bahnbaugewerke hinaus


Parallel zur steigenden Zahl an Projekten steigt der Bedarf an qualifizierten Fach- und Führungskräften im Bahnbau deutlich.


Neben klassischen Bauleiter- und Projektleiterrollen zeigt sich aktuell zusätzlicher Bedarf in Funktionen wie Kalkulation, Vertrags- und Nachtragsmanagement sowie Terminplanung und Arbeitsvorbereitung.

Gleichzeitig werden Fachkräfte aus unterschiedlichen Bau- und Ingenieurdisziplinen im Bahnumfeld eingesetzt und bringen ihre gewerkespezifische Erfahrung in Projekte mit Bahnbezug ein, unter anderem aus:


  • Tiefbau

  • Spezialtiefbau

  • Straßenbau

  • Ingenieurbau

  • Elektrotechnik

Ein Wechsel in den Bahnbau bedeutet häufig keinen Wechsel der eigenen Fachrichtung, sondern eine Anpassung des Projektumfelds.

Für qualifizierte Fach- und Führungskräfte entstehen daraus zusätzliche Perspektiven – insbesondere vor dem Hintergrund, dass Erfahrung im Bahnumfeld zunehmend zu einem gefragten Qualifikationsmerkmal wird.




  1. Fazit: Der Bahnbaumarkt wird breiter – und organisatorisch anspruchsvoller



Die Generalsanierung der Hochleistungskorridore steht derzeit stark im Fokus der öffentlichen Wahrnehmung. Tatsächlich findet der Ausbau der Schieneninfrastruktur jedoch auf deutlich mehr Ebenen statt.

Neben den großen Korridorsanierungen laufen tausende Bau- und Instandhaltungsmaßnahmen im gesamten Netz. Mit neuen Baustellenlogiken wie „Bauen im Takt“ und gebündelten Bauzeitfenstern entsteht dabei zunehmend ein systematischer Baukalender für die Schieneninfrastruktur.

Für Bauunternehmen verändert sich damit vor allem die operative Realität: Projekte entstehen nicht nur als einzelne Großvorhaben, sondern als Vielzahl parallel laufender Maßnahmen mit hohen Anforderungen an Koordination, Planung und personelle Besetzung.

Gleichzeitig steigt die Nachfrage nach erfahrenen Fach- und Führungskräften aus unterschiedlichsten Bau- und Ingenieurdisziplinen. Erfahrung im Bahnumfeld bleibt eine gefragte Qualifikation in einem Markt, der langfristig von umfangreichen Infrastrukturinvestitionen geprägt ist. Gleichzeitig zeigt sich, dass viele Bauunternehmen ihre Kapazitäten und Eigenleistungen gezielt ausbauen, um die steigende Anzahl an Projekten operativ abbilden zu können.



BauPartner & Kollegen unterstützt Bau- und Infrastrukturunternehmen bei der Besetzung zentraler Fach- und Führungspositionen im Bahnbau – insbesondere dort, wo Projekte an personelle Kapazitätsgrenzen stoßen.

Ein vertraulicher Austausch zur aktuellen Marktlage ist jederzeit möglich.




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